Abschottung ist keine Lösung

Abschottung ist keine Lösung Bild vergrößern Vertreter aus 140 Ländern kamen zum Globalen Forum für Migration und Entwicklung. (© photothek.net) Außenminister Gabriel wirbt für weltweites Umdenken beim Thema Migration. Vertretern aus 140  Staaten sind am Mittwoch (28.06.) zum „Globalen Forum für Migration und Entwicklung“ in Berlin zusammengekommen.

Außenminister Gabriel hat für ein grundsätzliches Umdenken in der weltweiten Migrationspolitik geworben. „Eine gerechte Welt mit gerechter Migration wird nicht entstehen, wenn immer mehr Mauern und Zäune gebaut werden“, sagte Gabriel am Mittwoch (28.06.) beim „Globalen Forum für Migration und Entwicklung“. Sowohl die Herkunfts- als auch die Transit- und Zielländer müssten ihre Migrationspolitik überprüfen. „Kein Land kann sich dauerhaft abschotten. Das ist eine Illusion, die von Nationalisten propagiert wird“, so Gabriel.

Für fairen Interessenausgleich

Auf dem „Globalen Forum für Migration und Entwicklung“ betaten unter dem Vorsitz von Deutschland und Marokko hochrangige Vertreter aus rund 140 Ländern über den „Global Compact on Migration“. Der weltweite Gesellschaftsvertrag soll einen fairen Interessenausgleich zwischen Migranten, ihren Herkunftsländern und ihren Zielländern ermöglichen. Das Forum ist eine Initiative der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen und besteht seit dem Jahr 2007. Deutschland und Marokko haben seit 2017 für zwei Jahre den gemeinsamen Vorsitz über das Gremium.

Einwanderung als Chance

„Für eine gelungene Migrationspolitik brauchen wir nicht nur Verbote, sondern Regeln, die uns ermöglichen, Einwanderung als Chance zu nutzen“, betonte Gabriel. Das gebiete nicht nur die moralische Verantwortung gegenüber Menschen in Not, sondern sei auch im wirtschaftlichen Eigeninteresse der meisten Zielländer, so der Außenminister. Denn schon jetzt bereitet der seit Jahrzehnten anhaltende Geburtenrückgang starken Volkswirtschaften wie Deutschland große Sorgen. Ohne Migration wird der Bedarf an Arbeitskräften künftig nicht zu decken sein.

Legale Migrationsangebote, Kooperation bei Rückführungen

Schlepperbanden, die die Notlagen von Menschen skrupellos ausbeuten, müsse das Handwerk gelegt werden, betonte Gabriel. Dafür sei aber vor allem auch eine offenere Migrationspolitik unabdingbar. „Wer illegale Migration eindämmen will, der muss legale Einwanderungsmöglichkeiten schaffen“, so Gabriel. Nur mit transparenten Migrationsangeboten und legalen Einwanderungsmöglichkeiten könne verhindert werden, dass sich Menschen Schleppern ausliefern müssen. Zudem könnten so Anreize für Herkunftsstaaten geschafft werden, auch bei der Rückkehr von abgelehnten Asylbewerbern zu kooperieren.

Zum Weiterlesen:

Globales Forum für Migration und Entwicklung

www.gfmd.org

Stand 28.06.2017

Quelle: www.auswaertiges-amt.de

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