G20-Außenminister treffen sich in Bonn

G20-Außenministertreffen Bild vergrößern Die G20-Außenminister treffen sich im ehemaligen Regierungsviertel in Bonn. (© dpa)

Premiere als Außenminister: G20-Treffen unter deutschem Vorsitz

Von Japan bis Mexiko, von Russland bis Kanada: die teilnehmenden Außenminister und Diplomaten des G20 Gipfels sind aus allen Himmelsrichtungen nach Bonn angereist. „Es ist ein Bekenntnis zu dem, was die Außenpolitik Multilateralismus nennt, also die Zusammenarbeit aller mit allen“, sagte Außenminister Gabriel vor Beginn der ersten Arbeitssitzung. Gabriel hat seine Kollegen nicht zufällig nach Bonn eingeladen: Das Treffen an einem Standort der Vereinten Nationen abzuhalten, ist ein Signal für die internationale Zusammenarbeit, so Gabriel. Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres nimmt an dem Treffen teil. 

„Gestaltung globaler Ordnung – Außenpolitik jenseits des Krisenmanagements“ – darum geht es auf dem Treffen in Bonn. In der letzten Zeit haben akute Krisen und Konflikte die Außenpolitik geprägt, nun soll es in informellem Rahmen um langfristige Ziele und die Rolle der Außenpolitik bei der Bewältigung grundlegender globaler Herausforderungen gehen. „Außenpolitik ist mehr als Krisenmanagement, und muss mehr sein“, so Gabriel

„Eine stabile Welt gibt es nur, wenn wir zusammenarbeiten“

G20-Außenministertreffen Bild vergrößern Eine Arbeitssitzung auf dem G20-Außenministertreffen in Bonn (© photothek.net)

Für Außenminister Gabriel ist klar: Kein Staat kann die großen internationalen Probleme unserer Zeit alleine angehen: Terrorismus, Wasserknappheit, Klimawandel, Flucht, Vertreibung und humanitäre Notlagen lassen sich nicht durch Abschottung bekämpfen, sondern durch Kooperation und gemeinsame Strategien. Deswegen ist das G20-Treffen wichtig:  Gemeinsam stehen die G20 für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, über vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und drei Viertel des Welthandels. Dieser Kreis der 20 größten Staaten tragen eine besondere Verantwortung und müsse sich gemeinsam den grundlegenden Ursachen von Konflikten und den Möglichkeiten friedlicher Krisenprävention und Konfliktbeilegung widmen, so Gabriel.

Schwerpunkte: Agenda 2030, Frieden, Zusammenarbeit mit Afrika

G20-Außenministertreffen Bild vergrößern Die Außenminister Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow sprachen über die deutsch-russischen Beziehungen und die Konflikte in Syrien und in der Ukraine. (© Ute Grabowsky/photothek.de)

Zu diesem Zweck ist die Umsetzung der Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals der UN ein Schwerpunkt des Treffens. Die Agenda 2030 wurde im September 2015 auf einem UN-Gipfel von allen Mitgliedsstaaten verabschiedet, auch die Zivilgesellschaft war in wichtiger Weise an der Erstellung  beteiligt. Mit 17 Zielen will die Agenda zu mehr Nachhaltigkeit in den Bereichen Soziales, Umwelt und Wirtschaft führen – die G20 wollen ein Schlüsselakteur bei der Umsetzung dieses globalen Projekts werden.

Ein weiteres Fokusthema ist der langfristige Erhalt von Frieden in der heutigen Welt – Prävention und eine vorausschauende Außenpolitik stehen hier im Mittelpunkt.

Ein dritter Schwerpunkt des Treffens ist die Zusammenarbeit mit Afrika. Gemeinsam mit einem Vertreter der Afrikanischen Union soll darüber diskutiert werden, welche Rahmenbedingungen nötig sind, um Armut zu bekämpfen, staatliche Institutionen zu stärken und das Potenzial vieler afrikanischer Staaten besser zu nutzen.

Vernetzte Welt gestalten

Das Treffen der Außenministerinnen und Außenminister ist Teil des deutschen Vorsitzes in der Gruppe der G20. Höhepunkt des Vorsitzjahres ist das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten, das am 7. und 8. Juli in Hamburg stattfindet. 

Der deutsche Vorsitz hat das Motto „Eine vernetzte Welt gestalten“ – Schwerpunkte werden in den Bereichen „Stabilität sichern“, „Zukunftsfähigkeit verbessern“ und „Verantwortung übernehmen“ gesetzt.

Quelle: www.diplo.de

Stand 15.02.2017

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